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Praxis für Gelenkchirurgie
Kreuzband-Info
© Dr. Gerold Mohr 2012
Das vordere Kreuzband ist ein ca. 2 cm langes und weniger als kleinfingerdickes Faserbündel, welches im Knie vom Schienbeinkopf zum Oberschenkel zieht. Es stellt zusammen mit dem hinteren Kreuzband den zentralen Stabilisator dar und ist für die Roll- Gleitbewegung des Kniegelenkes verantwortlich. Kreuzbandrisse treten meist durch Verdrehungen des Knies bei feststehendem Fuß auf, insbes. beim Fußball, Handball und Skifahren. Durch den Verlust des vord. Kreuzbandes kommt es insbesondere bei unbewussten, muskulär nicht kontrollierten Bewegungen zum typischen Wegknicken mit "Herausrutschen" des Unterschenkels, was sich durch spez. Tests bei der körperlichen Untersuchung nachvollziehen lässt. Wiederholtes Wegknicken führt im Laufe der Zeit zur Auslockerung des Kapselbandapparates und damit zu einer komplexen Knieinstabilität. Zusätzlich können Meniskusrisse und Knorpelschäden an der Oberschenkelrolle entstehen. Um diese Folgeschäden zu vermeiden, sollte bei subjektivem Instabilitätsgefühl und objektiven Instabilitätszeichen eine vordere Kreuzbandersatzplastik durchgeführt werden. Operative Verfahren der Kreuzbandersatz-Operation: Während bis vor einigen Jahren große Schnitte am Kniegelenk gemacht werden mussten, um eine Ersatzoperation des vord. Kreuzbandes durchzuführen, genügt jetzt neben den kleinen Einstichen zur Arthroskopie ein ca. 3 cm großer Schnitt am Schienbeinkopf, um die gesamte Ersatzoperation durchführen zu können.  Ermöglicht wurde dieses wenig traumatisierenden OP-Verfahren durch moderne Entwicklungen der Industrie, welche "innere Verankerungen" der Kreuzband-Ersatzsehne im Gelenk ohne weitere Zugänge ermöglicht hat. Diese technisch aufwendige und schwierige Operation sollte man nur bei einem erfahrenen Operateur durchführen lassen. Ich selbst führe derzeit ca. 180 Kreuzbandersatz-Op pro Jahr durch und habe bislang Erfahrungen mit über 2500 Operationen. Zeitpunkt der Operation: Schneller ist nicht immer besser. Studien haben gezeigt, dass das Risiko von postoperativen Kniesteifen mit Verklebungen und Verwachsungen deutlich größer ist, wenn das Gelenk durch die Verletzung noch angeschwollen ist , Schmerzen bestehen und die Beweglichkeit noch eingeschränkt ist. Das bedeutet, dass in vielen Fällen zunächst entzündungshemmende Therapie und auch Krankengymnastik zur Verbesserung der Funktion durchgeführt werden müssen.  Die vord. Kreuzbandersatz-Operation kann dann bei reizlosem, schmerzfreiem und frei beweglichem Knie geplant werden, da sie bis auf sehr wenige Ausnahmen keine "Not-Operation" ist, die schnellst möglich durchgeführt werden muss. Oft ist der Patient auch wieder bis zur OP arbeitsfähig. Dieses Zuwarten bezahlt sich meist in der Dauer der postoperativen Nachbehandlung aus. Das Risiko einer postop. Kniesteife (Arthrofibrose) kann dadurch erheblich gesenkt werden. Eine rein diagnostische Kniespiegelung zum Ausspülen des Blutergusses ist nicht notwendig und bringt eher sogar Nachteile. In der Regel sollte ein vord. Kreuzbandersatz zwischen 4 und 8 Wochen  durchgeführt werden. Voraussetzung ist allerdings eine weitgehend freie Funktion. Sollte jedoch ein abgerissener und eingeklemmter Meniskus (Korbhenkel-Riss) vorliegen, sollte man diesen möglichst bald versorgen, evtl. auch in einer separaten OP und dann später erst den VKB-Ersatz. Kleinere Meniskusrisse können jedoch auch noch nach Wochen im Rahmen des VKB-Ersatzes genäht  werden. Eine Besonderheit stellen die Skiverletzungen dar. Hier ist in ca. 80 % das Innenband mit verletzt. Bei Innenbandverletzungen werden diese mit einer Orthese zunächst konservativ behandelt, die erforderliche Kreuzband-OP wird dann  später bei freier Beweglichkeit und reizlosem Gelenk durchgeführt.  
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Das vord. Kreuzband: